Das Zitat ist aus dem Zusammenhang - Philipp Messner

Philipp Messner
Zur Ausstellungseröffnung
möchten wir Sie und Ihre Freunde
am Freitag, 26. Oktober 2012,
ab 19.00 Uhr herzlich einladen.
Der Künstler ist anwesend.
Ausstellungsdauer: 26. Oktober - 27. November 2012





Philipp Messner hinterfragt in seinen konzeptuellen Arbeiten den Prozess der visuellen Wahrnehmung. Form, Funktion und Oberfläche schaffen darin ein offenes Rezeptionsfeld, in dem sich der Betrachter immer wieder neu positionieren muss. Messner studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Wien bei Michelangelo Pistoletto. In seinem Werk bezieht er sich auf künstlerische Strategien der Arte Povera und Minimal Art. So verwendet er Alltagsgegenstände, geometrische Formen, spiegelnde Oberflächen und industrielle Materialien, wie Gummi, Stahl, Eisenspäne oder Stoffe. Bei dh-artworks zeigt er eine Auswahl von Werken aus den letzten drei Jahren, darunter Objekte, Videos und Papierarbeiten, sowie eine neugeschaffene Installation.  Auf das komplexe Verhältnis von Zeichen und Bezeichnetem spielt die schwarze Fahne an, die Messner auf das Dach über dem Eingangsbereich montiert hat. In weißer Schrift ist drauf das Satzfragment "DAS ZITAT IST AUS DEM ZUSAMMENHANG" zu lesen. Um Sprache als Kommunikationsmittel einzusetzen, müssen Struktur, Aufbau und Kontext erkennbar bleiben. Indem Messner sich diesen Regeln widersetzt, verweist er auf die Labilität des Systems. Im Zentrum der Ausstellung bei dh-artworks befindet sich Messners neue raumgreifende Arbeit "WILDHEIT". Aus 1,30 m hohen spiegelpolierten Edelstahlbuchstaben schuf er einen Schriftzug, der an amerikanische Billboards erinnert. Die Bedeutung des Worts und der klassische Schrifttypus Times New Roman stehen in einem Gegensatz zueinander und lassen immer wieder neue Lesarten zu.  Eine große Anziehungskraft übt die Materialität der Oberflächen von Messners Objekten auf den Betrachter aus. So veredelte er z. B. eine banale Europalette mit spiegelndem Aluverbundstoff und erklärte sie durch die Transformation zum autonomen Kunstwerk. Für dh-artworks schuf er die Edition OT (Träger06) in Form einer originalen Gerüstbaustange, die er verchromt hat. Durch den künstlerischen Eingriff wird der Gebrauchsgegenstand in einen verführerischen Fetisch verwandelt, der sich durch die Dekonstruktion in seinem Verhältnis zum Raum und Betrachter neu positioniert.  Bei Messners Magnetarbeiten ist die Anziehungskraft sogar physisch spürbar. Dafür überzieht er Holzskulpturen in modernistischen, organischen Formen mit einem magnetisierten Gummibelag und bestreut sie mit schwarz pigmentierten Eisenspänen. Ähnlich wie Kristalle richten sich die magnetisierten Teilchen auf und verdichten sich zu einer fragilen, tiefschwarzen Oberfläche. (CG)
Philipp Messner geb. 1975 in Bozen, Magister artium Akademie der Bildenden Kušnste in Wien 1999 (Meisterklasse Pistoletto); Studium an der supérieure des beaux-arts (ENSBA) in Paris und an der Akademie der bildenden Künste, München Einzelausstellungen (Auswahl): 2012 "unknown again" Kunstverein Göttingen; 2011 "O GRAWITACJI", galeria foksal, Warschau; 2010 Galerie Bernd Kugler, Innsbruck (with Christine Moldrickx); 2009 "Vacuum", Steinle Contemporary, München Gruppenausstellungen (Auswahl): 2012 "BENEATH", Vogt Gallery, New York; 2011 "Arsenale, Werke aus der Sammlung" Museion, Bozen; 2010 "Das ist Programm" steinle-contemporary, München; 2009 "Reduction & Suspense", Magazin 4, Bregenz